Die besten Geschichten schreibt doch immer noch das Leben (Teil 2 / 2)

SIEG!

DA IST DAS DING!

Ich strecke die goldene Plombe vor der zahnlosen Inge gen Himmel und führe vor ihr den Tanz der Zahnfeen auf. Sie zischte mir zu: hätte ich mein Gebiss… ich unterbrach sie: hätte, hätte, Fahrradkette, Inge! Mess with the best – die like the rest! Ich wollte ihr noch ein paar Sprüche drücken, da stand wie aus dem nichts ein UPS-BOTE vor uns und überreichte Inge ein Päckchen. Ich schielte auf den Absender: Chuck Norris! Inge riss das Paket auf und holte ein komplettes Gebiss raus! Chuck, du Arsch! Später mehr! Ich muss trainieren… p.s. Die rote Pille war ein Haribo–Lakritz…..

So weit so gut! Ein Später gab es für mich nicht mehr. Irgendjemand hatte in Hongkong sehr hohe Summen auf einen Sieg von mir beim zweiten Wettzähneputzen gesetzt und die Klinikleitung brachte mich damit irgendwie in Verbindung. Ich flog also wegen der Manipulation aus der Klinik. Als ich abgeführt wurde, riss ich der Inge noch ein Blatt Papier aus der Hand. Verdammt, woher hatte sie einen Nachweis über meine Telefonverbindungen? Ich hörte noch ein mess with the best von ihr und schon saß ich an der frischen Luft. Na warte! Rache ist Blutwurst!! Ich holte meine to-do-Liste raus und strich die Punkte: Welt retten und guter Sex im Auto! HÄ… Was war los mit mir? Ich schrieb: guter Sex im Auto sofort wieder auf die Liste! Doch noch darüber schrieb ich vier Buchstaben: INGE

So kam es also, dass ich die letzten vier Monate der Schatten von Inge war. Herr Parkinson und ich wurden Meister der Verkleidung. Bestellte sich Inge einen Cocktail, war ich der Barmixer. Fuhr Inge Auto, war ich der Wackeldackel. Vor drei Tagen schnitt ich ihr sogar die Haare. Vorgestern dann bekam ich einen Anruf. Das Bild eines kleinen Mädchens auf dem Display meines Telefons verriet mir, dass Chuck anrief. Was wollte der denn? Er sagte, dass ihm alles schrecklich leid tut und er es gerne wieder gut machen würde und ich solle doch zu seinem Geburtstag zum Kaffeetrinken vorbeikommen. Also fuhr ich gestern zu Chuck, um zu schauen, was er wirklich wollte. Er begrüßte mich überschwänglich: komm rein! Meine Schwester ist auch schon da! Sie hat Kuchen mitgebracht! „Du hast eine Schwester?“, erwiderte ich und betrat dabei die Stube. Ja klar, meinte er, meine Schwester Inge kennst du doch schon. Ich merkte wie ich langsam ohnmächtig wurde. Ich schaffte es gerade noch auf die Couch und Inge reichte mir wortlos ein Stück Kuchen. Schicke Frisur, murmelte ich. Ja, sagte sie, mein neuer Friseur ist echt nicht schlecht und zwinkerte mir zu. Ich wurde rot! Alles wird gut…

Gunnar

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